Vunny – der Reisehund!

Posted on Jul 27, 2017 in Neuigkeiten, Vunny
Vunny – der Reisehund!

Natürlich ruft mich jeder Fannie – die seltsame Schreibweise hat sich ja nur meine Züchterin ausgedacht (weil es der V-Wurf war) aber meine Lieben nennen mich auch Reisemaus oder Camping-Queen (weil ich eine leidenschafliche Camperin bin) oder Renntier (weil ich so gerne hinter, oder eigentlich vor dem Fahrrad herlaufe)
Wurschtl-Viech hab ich sie auch schon sagen hören, und wenns einmal – warum auch immer – ganz brenzlig wird, ruft mein Herrchen sogar He, du schiacha Wurf !“

Weil das eine grobe Gemeinheit ist (und natürlich eine glatte Lüge, wie man sehen kann) höre ich gar nicht hin, was der Sache allerdings meist nicht zuträglich ist ;-(

Ich möchte heute endlich mein Versprechen einlösen, ab und zu etwas von mir zu berichten. Es ist ja nicht so, dass es nichts zu Schreiben gäbe über mein ereignisreiches Leben, aber mein Frauchen nimmt sich offenbar selbst bzw. unsere Reisen zu wichtig – hatte keine Zeit für mich!

Mittlerweile bin ich 7 Jahre alt und in den besten Jahren, so glauben meine Leute. Ja, das fühlt sich auch für mich so an.
Meine Tierärztin kenne ich nur vom Impfen und selbst mein zugegeben ziemlich launisches Freßverhalten hat sich im Normalzustand eingependelt. Zwar bin ich noch immer eine Etappenfresserin, aber die hart erkämpften „Extrawürste“ haben mir meine Leute ersatzlos gestrichen.
Meine Vorlieben für „in Butter zart gebratenes Rinderherz“, oder „gekochtes, ausgelöstes Hühnerfleisch“ aber auch „kurz angedünsteter Fisch“ werden einfach ignoriert. Dabei solltet ihr einmal deren Speiseplan sehen. Ihre Leidenschaft für Fisch und anderem Meeresgetier ist ja nicht zu „überriechen“.
Sogar Ziegen- od. Lamm-Bratenduft liegt manchmal in der Luft, leider fällt da nur selten etwas für mich ab. Allerdings können sie sich auch für Grünzeug begeistern, nur was da auf den Tisch kommt  – ähh, auf den Teller – würde mir eh nicht schmecken.
Na klar, die essen natürlich nicht vom Tisch, sondern von Tellern und ihr solltet sie schimpfen hören, wenn ich wiedereinmal versuche, mein Fressen von der Schüssel auf dem Boden zu verteilen. Wie sonst sollte ich Genießbares von Ungenießbarem (= Nudeln, Reis od. gar Gemüse, das sie mir manchmal unterjubeln möchten)  trennen?
Irgendwann lerne ich noch mit Messer und Gabel zu essen, das schwör ich Euch, dann mach ich es wie mein Herrchen. Er legt jedes Fuzzerl fettes Fleisch am Tellerrand ab, dann könnten wir ev. einen Tausch machen. Er liebt ja Reis und Nudeln…..von wegen ich und heikel!

Ich übe schon mal mit meinen Freundinnen Akira, Amelie und Chika.

Wenn wir auf Reisen sind kann ich mich total umstellen, zumindest essenstechnisch. Da gibt es sowieso nur mein gewohntes Trockenfutter mit einem Fingerhut voll Fast-Food, sprich Dose od. Schale, je nach dem, bzw. je nach Reiseland. Das sind dann meine spärlichen goodies.
Die sind auch nötig, denn unterwegs ist es ratsam alles gleich aufzufressen. Mein Frauchen räumt nämlich – im Gegensatz zu daheim – nach kurzer Zeit die Futterschüssel einfach weg. Rigoros! Ja, so ist sie, da würde mein Herrchen schon mehr Verständnis zeigen, hat aber keine Chance!
Reine Erziehungssache meint sie und spielt sich auf, als wäre sie hier das Ober- und Überhaupt. Ok, sicherheitshalber putze ich lieber die Futterschüssel leer. Ratzeputz – ich bin ja nicht blöd!

Aber wir haben auch gemeinsame Leidenschaften: Das Reisen!
Schon die Vorbereitungen dazu machen mich ganz wuselig. Ich verfolge alles und jeden auf Schritt und Tritt, und damit man mich weder übersehen, noch überhören kann, fange ich schon mal aufgeregt zu hecheln an.
„Du bist penetrant lästig“ tönt es dann aus ihrem Mund. Dabei denke ich dasselbe von ihr, wenn sie im rüden Ton zum 100sten Mal sagt: „Steh mir nicht dauernd im Weg“ oder: „Leg dich einfach irgendwo hin, wir lassen dich schon nicht daheim!“
Vor lauter Begeisterung mache ich Freudensprünge und mein Boss muss mich auffangen !!!

Wenn es dann endlich losgeht wird alles gut. Ich ringle mich in meiner Box ein und nehme eine Mütze voll Schlaf, und dann noch eine….und dann noch eine….denn am Beginn fast jeder Reise ist Kilometerfressen angesagt – sie nennen sich ja „Globetrotter!!!“
Damit habe ich kein Problem, selbst an starken Reisetagen bleibt immer Zeit für mich. Da kann ich mich mit meiner Frisbee austoben, bis ich mir auf den Bletschl steige, oder die Frisbee in irgendeinem Geäst hängenbleibt oder im Meer entschwindet.
Ersatz ist natürlich immer mit dabei 😉
Lieblingsbeschäftigung: Die Frisbee im Sand verbuddeln…Crazy Fannie !

Ich hatte aber auch schon schlimme Reise-Erlebnisse. Im Rückblick gesehen waren meine Menschen zwar mehr traumatisiert als ich, jedenfalls ihrem Verhalten nach zu schließen. Die waren ja völlig fertig!
Auf unserer lezten Spanienreise passierte das Unfassbare: sie haben mich am Stellplatz vergessen!
Ja, richtig gelesen – einfach vergessen!!!!
Wir waren alle schon etwas genervt wegen der vielen Besucher in der Ciudad Encantada – es war nämlich der Karsamstag! Daher wollten wir nach der Besichtigung dieser, zugegeben märchenhaften Gesteinswelt gleich die Flucht ergreifen. Und das taten sie auch – ABER OHNE MICH!!!
Erst war ich starr vor Entsetzen, dann lief ich noch ein Stück hinterher, bis mir die Sinnlosigkeit meines Unterfangens klar wurde. So trottete ich wieder zurück zu unserem Stellplatz ganz hinten im Kiefernwald beim großen Stein, setzte mich hin und grübelte…hmmm, sie werden schon ein wenig vergesslich, meine alten Herrschaften, das ist mir schon aufgefallen, aber MICH vergesen????
Na, wo bleiben sie denn ???
Da können sie den Spruch am WoKi gleich mal ändern: Nicht „Adventure insead of Dementia“ soll es heißen – NEIN!!
DEMENTIA INSTEAD OF ADVENTURE!!!!
Gott sei Dank ist das Vertrauen in meine Leute so groß – und natürlich auch meine Intelligenz 😉 dass ich nicht plan- und sinnlos herumgelaufen bin, sondern einfach dort gewartet habe, wo sie mich „ausgesetzt“ haben. Am Ende käme noch jemand auf die Idee, mich herrenlosen Hund einzufangen und weiß der Kuckuck wo hinzubringen. Das haben sich nämlich meine Leute bereits voll Panik ausgedacht.
Es dauerte eine kleine Ewigkeit, dann hörte ich schon von Weitem am Motorengeräusch, dass sie zurückkommen, den Sound vom WoKi kenne ich nur allzugut. Ein etwas vorwurfsvoller Blick genügte, dann merkte ich an ihrer Reaktion, dass sie knapp am Kollabieren sind vor Aufregung. Also tat ich ganz gelassen um die Situation zu beruhigen, wedelte ein wenig mit dem Schwanz, schleckte ihnen den Angstschweiß von der Stirn und verschwand dann blitzschnell in meinem Kuschelkisterl.
Fortan wird 3x gefragt: ist die Vunny eh in der Box…..und noch 10 x geschaut….sagte ich nicht schon, sie werden etwas eigen, meine lieben Leute. Es müßte ja doch ein Blick genügen.

Davon abgesehen läuft mein Leben ziemlich entspannt, jedenfalls meistens.

So wie meine Menschen, liebe ich unsere schönen Berge, aber ich gehe auch mit Begeisterung einkaufen. Am Samstag ist in Hallein nämlich Markttag, das mögen meine 2 Leute sehr und ich auch. Blöderweise muss ich zumeist das Sackerl mit Spinat, Salat oder anderen Scheußlichkeiten heimtragen, dabei gäbe es auch Verlockenderes für mich, z.B. Zander aus dem Wallersee…Lammkotlett vom Tauernlamm….vieleicht eh besser so, am Ende würde ich noch hineinsabbern ins Sackerl….

Ich habe natürlich auch andere Sachen zu tragen, meine Leute brauchen einfach in vielen Dingen meine Unterstützung.

Ganz nett finde ich auch die Shopping-Tour zur Buchhandlung, meinem Lieblingsgeschäft – nein, ich kann noch nicht lesen ;-))
Hier fällt garantiert ein Keksi für mich ab, derweil mein Frauchen – ihres Zeichens oMi von 9 Enkelkindern – die Qual der Wahl hat. Und das kann daueren. Sie ist nämlich fest davon überzeugt, dass Kinder heutzutage sowieso viel zu viele Spielsachen haben (und bekommen) daher schenkt sie zu diversen Anlässen nur Bücher oder ev. Hörbücher.
Bücher kann man nie genug haben, meint sie und wahrscheinlich hat sie recht.
Nur für mich gibt es eine Ausnahme, ich liebe nämlich Quietsch-Tiere und bekomme zum Geburtstag meistens eines. Damit kann ich mich nämlich so wunderbar alleine beschäftigen. Ich schmeiß es in die Luft, fange es auf, schüttle es tot und der Spaß beginnt von vorne.
Zudem habe ich damit ein wunderbares Mittel entdeckt, mich in den Mittelpunkt zu rücken. Wenn mich die Meute wiedereinmal total ignoriert, weil sie glauben in endlosen Diskussionen die Welt verbessern zu können, oder stundenlang Opern-Arien hören, hol ich mir einfach ein Quietschi und kau so lange darauf herum, bis sie sich wichtigeren Dingen widmen, nämlich MIR!
Die Sache hat allerdings auch einen Haken. Der Boss meint – und das ist eine neue Macke von ihm – ich müßte alles wieder selber wegräumen. In forschem Ton, (den beherrscht er ja ganz gut, ist aber viel Lärm um Nichts, meint mein Frauchen!) befiehlt er „aufräumen!“
Jedes, aber wirklich jedes Quietschie, das ich gefällig im Wohnzimmer verteilt habe muss ich wieder ins Körbchen legen. Und er ist so was von penibel! So wäre mein geliebtes Frauchen nie, niemals. Bisher hat sie nämlich alles für mich eingesammelt, mit etwas anklagendem Blick zwar, aber immerhin.

Pro Quitsch-Tier gibt es ein Keksi, also macht die Sache auch für mich Sinn und ich räum ja die Tiere eh gleich wieder raus. Hauptsache er hat seinen Willen. Männer halt!!!

Damit wir 3 fit und in Schwung bleiben, sind wir oft mit dem Rad unterwegs, neuerdings fährt auch mein Frauli mit. Sie hat nämlich zum Geburtstag ein neues Rad bekommen, weil man ihr altes einfach geflaucht hat.
Jetzt habe ich etwas Stress, denn immer zwischen den beiden hin und herlaufen zu laufen ist ganz schön anstrengend.
Wie man sieht, wir sind ein eingespieltes Team!

Dafür bin ich in punkto sportlicher Figur eindeutig der Sieger – und nein, ich bin nicht im Bach gelandet!!!!
Diesbezüglich hab ich Übung….

Haltet mir die Daumen, dass es bald wieder auf Reisen geht, denn da hab ich meine 2 Lieblingsmenschen immer bei mir, 24 Std. pro Tag, wochenlang!!!! Ist auch manchmal anstrengend, das könnt ihr mir glauben.
Ich hab schon was läuten gehört von Sardinien Anfang September und Überwintern in Südmarokko, sogar bis in den Senegal und nach Gambia wollen sie mit mir….egal, ich mach mit, Hauptsache dabei!!!
So, das wär’s für heute, meine Lieben.
Kommt gut durch den Sommer und ich melde mich wiedereinmal, versprochen!

Mit lieben Gruß und einem Schwanzwedler
Euer bunter Hund aus Hallein

Vunny vulgo Fannie

1 Comment

  1. Martin Stanggassinger
    27. Juli 2017

    …hi hi hi, ist uns auch schon passiert, das mit dem Hund vergessen; auf einem Stellplatz am Vansee. Die ist uns auch nachgelaufen, nur wir haben sie noch rechtzeitig im Seitenspiegel gesehen. Von da an ging unsere Hündin nicht mehr von uns weg, wenn es nach Aufbruch aussah.
    Anspnsten noch schöne Reise im Herbst, schaut mich gut an was ihr da vorhabt.
    Martin

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