Sardinien 2018/Teil 1 – On and off the road with Flora!

Posted on Sep 21, 2018 in Sardinien, WoKi–Trips
Sardinien 2018/Teil 1 – On and off the road with Flora!

Schon wieder Sardinien!
Für uns das 4. Mal, für Flora wird es die erste lange Reise sein. 4 Wochen Urlaub sind angesagt, davon 3 ganze Wochen auf unserer Lieblingsinsel! Schon bei den Vorbereitungen dazu benimmt sich Flora sich wie ein Vollprofi. Hinter uns herhecheln…immer zwischen den Füßen herumlaufen…ständig Fragezeichen in den Augen…wann geht’s endlich los???

8. – 21. Sept. 2018

Wir starten zeitig, sind schon zum Frühstück in Innsbruck und ab dem Brenner geht es mautfrei bis zum Kalterersee. Unser Vorsatz, lieber die italienischen Weinbauern, anstatt die italienischen Straßenräuber zu unterstützen, ist gut umsetzbar. Die Autostrada ist rappelvoll, vor den Mautstellen gibt es Stau aber wir criusen ganz entspannt auf der Bundesstraße bis St. Joseph am See.
Auch der gleichnamige CP ist stark belegt. Hier ist noch Hochsaison und recht freundlich aber unverblümt, sagt mir das junge Fräulein an der Rezeption, sie hätte mit Tagesgästen keine Freude. Ok ;-(
Wir kriegen trotzdem ein nettes Plätzchen, Flora darf in den Weinbergen herumsausen und ist daher ganz entspannt, als wir am Abend im urigen Wink‘l Keller beim Törggelen sitzen. Mit Grauvernatsch und Südtiroler Brettljause geht der erste Tag gemütlich zu Ende.

Der nächste Stopp ist in Pisa, heute nutzen wir die A22, was sich mit € 30,50 zu Buche schlägt. Die 490 km wären sonst nicht so locker zu schaffen gewesen. So sind wir schon am frühen Nachmittag am stadtnahen CP Torre Pendente, hier ist man erfreut über unseren Besuch, auch bloß für 1 Nacht. Gerade mal 800m sind es zur Hauptattraktion, aber die Attraktion hält sich für uns in Grenzen. Touristen….Touristen….Touristen – wir haben eh nichts anderes erwartet, sind aber doch fast geschockt über den Massenauflauf.
Das Ensemble auf der Piazza dei Miracoli mit dem berühmten schiefen Turm, dem Torre Pendente, der romanischen Kathedrale Santa Maria Assunta, dem Baptisterium (Taufkirche) und dem Friedhof Camposanto Monumentale beeindruckt uns natürlich gleichermaßen, schließlich sind wir auch ein Bestandteil dieser Touristenmasse.


Wir flüchten in die ruhigeren Seitengassen und versuchen, uns bei einem Glas Prosecco vom Schreck zu erfangen – ist erst nach dem zweiten Glas gelungen 😉

Dann marschieren wir heim, für heute reicht‘s, zumal es ziemlich heiß ist. Unsere Flora hat alles bravourös mitgemacht, sich von unzähligen entzückten Menschen streicheln, sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen, das begeistert und beeindruckt uns heute eigentlich am meisten. Schiefer Turm hin oder her.
Gleich morgen früh versuchen wir unser Glück erneut, vergebens – das gleiche Szenario!
Wir verzichten darauf den Turm zu steigen, besuchen das Baptisterium, den Camposanto Monumentale und den Dom, wobei wir von letzterem extrem beeindruckt sind.


Außerdem stellen wir fest, dass der schiefe Turm gar nicht umfallen kann, er wird von Millionen Menschenhänden gehalten. Mit Beweisfoto!

Neben der üblichen Selfie-Wut, muss man in jedem Fall ein Bild davon machen, zum Teil in grotesken, lächerlichen Posen. Da machen wir nicht mit, nicht einmal ein Sefie gibt es, sind wir am Ende rückständig? Na hoffentlich !
Das Glas Prosecco muss folglich auch heute her, aber eines genügt, es ist ja noch Vormittag.
Pisa war den Abstecher wert – jedenfalls wenn man noch nie dort war – darüber sind wir uns einig. Die Stadt an sich hat trotz der Menschenmassen ihren Charakter bewahrt, sie wirkt auf uns authentisch. Zwar ist die ganze Welt hier zu Gast, aber das Italienische ist unüberhörbar, spürbar! Anders als in Krumau, wo wir das Gefühl hatten, die Stadt wäre ausgestorben ohne die asiatischen Gäste und ihrer Kaufkraft!
Wir finden gleich bei Ausfahrt noch einen Supermercato sowie eine günstige Tankstellle. Somit ist für die nächsten Tage gesorgt. Unser SP in Marina di Pisa ist nur 19km entfernt, für uns ist es der ideale Platz für die Nacht vor der Fähre. Im Hafen wollen wir nicht mehr nächtigen. Heiß, laut und stinkig.

Bereits vor 7h sind wir im Hafen, jetzt sind wir mal gespannt, wie es Flora auf der Fähre geht.

Spannend ist da gar nichts, alles wie immer. Sie findet Freunde zum Spielen an Deck, frisst und schläft, als wäre es das Normalste auf der Welt. Super Flora!

Um 14h legen wir in Golfo Aranci an, haben wieder sardischen Boden unter den Rädern und bald auch unter den Füßen.

Wir nehmen gleich Kurs nach Norden Ri. Palau und dann nach Westen. Die Cala Val Alta ist unser erstes Ziel. Dort haben wir schon sehr entspannte Tage verbracht – allerdings zu einer späteren Jahreszeit. Die sardischen Ferien gehen erst am WE zu Ende, entsprechend viel Betrieb ist hier. Das nehmen wir etwas erschreckt zur Kenntnis, finden aber doch einen netten Stellplatz für uns.
Der Großteil sind Tagesgäste, d.h. am Abend wird es ruhig. Auch der Besuch von der Uniformierten im Auto der Polizia Lokale sichert uns eine ruhige Nacht zu, sie erlaubt uns zu bleiben. Una notte – solo parking, no camping – eh klar!
Daher verzichten wir auf den Griller und schmeißen die Fischfilets in die Pfanne. Gegessen wird dann natürlich schon draußen. Auch die Polizia hat mal Feierabend.

Wenn die rote Sonne im Meer versinkt, der Strand menschenleer, das Filet zart und der Wein süffig ist, dann sind wir angekommen.

Flora sorgt für Showeinlagen, sie ist genauso crazy mit Ihrer Frisbee im Sand wie die Vunny. Allerdings hat sie nach der ersten Schwimmrunde mit uns beschlossen, nicht mehr ins Wasser zu gehen, bzw. nur bis zum Bauch. Da hilft kein Locken und Spielen…..na ja, abwarten !


Am nächsten Tag taucht schon wieder die Polizia Locale auf, diesmal ein gestrenger Herr mit Trillerpfeife. Wir werden also „zurückgepfiffen“  – Cane probito!
Er lässt sich auch nicht erweichen, dass wir uns ohnehin ganz am Rand niedergelassen haben.
Um zu sehen, ob ich auch wirklichen mit dem Hund den Strand verlasse, verfolgt er mich noch bis zum WoKi. Er ist zumindest überaus freundlich und gibt mir achselzuckend zu verstehen, dass er nur das Gesetz befolgt und er die Flora extrem lieb findet. Bella, bella….sagt er wiederholt, damit meint er natürlich nur den Hund.
Dann gehen wir halt abwechselnd schwimmen, das Wasser ist karibikblau, kristallklar, genau wie erwartet bzw. erhofft aber doch noch etwas zu warm für unser Empfinden. 26° ist eher was für Warmduscher. Trotzdem wunderbar! Und die Flora will ohnehin nicht mehr schwimmen ☹️

Jetzt packe ich etwas provokant und streitbar Tisch und Sessel aus – wenn ich schon nicht an den Strand darf –  und mache es mir beim WoKi gemütlich. Der unausbleibliche Käseverkäufer kommt daher, der hat natürlich nichts gegen Tisch und Sesssel, bietet Käse und Salami zum Verkauf an. Als er mir um einen tic zu aufdringlich wird, kann ich ihn schlußendlich mit einem einzigen Wort abwimmeln: Vegan!
Da hat er mich angesehen, als hätte ich ihm gerade mitgeteilt, dass ich an einer unheilbaren, ansteckenden Krankheit leide, dreht am Absatz um und sucht das Weite. Gut gemacht – jetzt ein kühles Ichnusa (sard. Bier)
Am Nachmittag geht es weiter, hier wollen und dürfen wir ja nicht mehr bleiben. 55km später stehen wir bei Valledoria auf dem uns schon bekannten Stellplatz über dem Meer in erster Reihe. Tisch und Sessel raus, mit Hund ans Meer und dann duschen, alles erlaubt – na geht doch. Flora findet Freunde zum Spielen, aber selbst die können sie nicht zum Schwimmen animieren. Im Wasser und mit den Wellen plantschen, das gefällt ihr schon.

Auch das WoKi wird geduscht, in der Nacht schüttet es nämlich aus Schaffeln, das WetterApp sagt mir, dass an der Westküste gutes Wetter gibt, also fahren wir erst einmal nach Stintino.
Hier gibt es herrliche Strände, ähnlich wie der Reiskornstrand, auch große Parkflächen, wo man über Nacht stehen kann. Wir aber wollen weiter in den Süden.
Unser nächstes Ziel ist Alghero, zuvor fahren wir noch raus bis zum Capo del Falcone mit dem Torre della Pelosa.

Schön ist es da, es gefällt uns, aber anders als im Norden und Osten – überall tote Hose! Doch irgendwie trostlos!
Alghero hat den perfekten Stellplatz für uns, den das Navi sogar anstandslos findet, gar nicht so selbstverständlich!

Dann bummeln wir in den Gassen der hübschen Hafenstadt herum, gönnen uns ein Grande Ichnusa (es gibt Flaschen mit 66cl für den großen Durst) und hoffen, dass wir der Schlechtwetterfront entkommen, die uns jetzt vom Norden her bedroht.


Zum Nächtigen fahren wir an die Cala Lazzaretta. Erfreut stelle ich fest, dass der Strand bzw. der Stellplatz davor unsere Erwartungen übertrifft. Ich habe nur Infos aus dem Internet und da weiß man ja nie….
Herrlich freies Stehen vor einem schönen Strand, den wir dann auch mit Flora benutzen dürfen. Spielgefährten findet sie auch sofort und ist glücklich, nach dem Stadtmarsch ihre Freiheit genießen zu dürfen.
In Bosa möchten wir noch ein wenig durch das hübsche Städtchen flanieren, allerdings ist es mittlerweile wieder ziemlich heiß, deshalb wollen der Flora nicht schon wieder einen Stadtbummel zumuten, jedenfalls nicht bei den Temperaturen. Wir ziehen weiter zu einem unserer Lieblingsstrände auf der Insel, dem Reiskornstrand. Von uns ganz liebevoll Risotto-Strand genannt.

Dort wollen wir uns auch mit unseren Schweizer Freunden Susi und Ueli treffen, sie bereisen zur selben Zeit Sardinien. Auf der großen Wiese oberhalb von Is Arutas stehen grade mal eine handvoll Autos, die vorderste Reihe ist auch noch frei, so stehen wir bald gemeinsam an dem schönen Strand mit den kleinen reiskorngroßen Quarzsteinchen.

Davon was mitzunehmen wird mittlerweile mit € 1.000,- bestraft. Offenbar haben gedankenlose Menschen ihn kübelweise davongetragen. Wir genießen lieber, was die Natur hier so herrlich geschaffen hat, wandern den Strand entlang und müssen feststellen, dass auch hier manche Abschnitte arg mit angeschwemmten Seegras bedeckt sind. Und unsere Flora will noch immer nicht schwimmen…..

Gegen Abend wird es auch auf der Wiese etwas belebter, es ist das letzte Ferienwochenende auf der Insel.
Im Norden bzw. Osten steht das schlechte Wetter, also bleiben wir an der Wetsküste.
Am Capo Pecora soll es schöne Stellplätze geben, dahin fahren wir jetzt. Bei Portixeddu zweigt die Straße ab, an derem Ende wir große Baufahrzeuge sichten. Hier wird also auch großer Parkplatz angelegt mit allen Reglementierungen, die so etwas mit sich zieht.

Davon abgesehen gefällt es uns sehr gut hier, es ist eine hübsche Ecke. Schließlich sehen wir noch rechts abseits der Straße ein verworfenes Wegerl zu ein paar tollen Plätzen oberhalb der Küste.Ein alter Rundhauber und ein HZJ mit Dachzelt stehen schon unten, da wird es für uns wohl auch noch ein Plätzchen geben. Ja, das gibt es, aber uns gefällt der Strand gar nicht. Hauptsächlich angeschwemmtes Seegras, durch das man hindurchwaten müsste und zum zugegeben karibikblauen Wasser zu gelangen – das mögen wir nicht.

Wir machen dort Mittag und fahren ein paar Kilometer zurück bis zum Abzweig Spiaggia Scivu. Ein schön angelegtes Sträßchen mit wunderbaren Ausblicken erfreut schon mal unser Auge, dann stehen wir auf einem großen Parkplatz über einem kilometerlangen feinen Sandstrand eingerahmt von bizarr geformten roten Standsteinfelsen, was für eine herrliche Kulisse.

Hier am P darf man stehen, sagt uns der freundliche Mann und will nur € 5,- dafür.
Die italienischen Nachbarn haben einen Border Colli, somit hat die Flora auch ihren Spaß. Weil – schwimmen mag sie noch immer nicht – da hilft einfach gar nichts!

Weil wir uns mit unseren Freunden an der Costa Verde verabredet haben, brechen wir nach 2 Tage unsere Zelte hier ab und fahren die paar Kilometer nördlich über Ingurtosu zu den Dünen der Costa Verde. Wir haben es eh ein wenig befürchtet, aber das Ausmaß haben wir dann doch nicht erwartet. Ein abgezäunter Weg bringt Dich zu einem Kassahäuschen, hier wirst Du – bzw. das Kennzeichen natürlich – gescannt, ja man darf hier 1 Nacht sehen, und bitte keine Tische und Sesseln raus. Verboten!
Was noch alles verboten ist steht auf einer großen Tafel, der P ist mit sicherlich an die 50 !!!! Womos zugeparkt, aufgefädelt wie die Sardinen in Sardinien! Nach einem Spaziergang am Strand beschließen wir wieder abzuhauen, das geht ja gar nicht…..vor 2 Jahren standen wir und 2 andere Womos noch ganz allein direkt vor der Düne. Dass man diesen Auflauf irgendwie reglementieren muss ist ja klar, aber da müssen wir nicht dabei sein. Jammerschade!

Also zurück nach Scivu, schöner kann’s ja eh nirgends sein. Unsere Freunde kommen auch nach und wir bleiben weitere Tage an dem schönen Fleckchen.


Flora genießt die Freiheit
Die Berichte von anderen Gästen bestätigen die gute Routenplanung, im Norden und Osten hat es tagelang geregnet.

Über Iglesias geht es weiter in den Süden, nun ist ein CP angesagt. Duschen, und Service ist gefragt. Der CP Tramatzu ist uns ebenfalls schon bekannt, vor allem der wunderschöne Strand. Ein guter Platz mit netten Nachbarn ist auch rasch gefunden, alles andere ist schon Routine. Aufstellen, auspacken und genießen.

Und – Überraschung – die Flora schwimmt mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte sie es schon immer so gemacht.

Sie ist mit ihren knapp 6 Monaten so ein unglaublich braver und unkomplizierter Hund. Leine und Brustgeschirr braucht sie nur beim Stadtbummel, ansonsten hat sie die Freiheit einer Bergziege!
Auch auf den Campingplätzen bleibt sie beim WoKi, selbst wenn die unzähligen Katzen rotzfrech um unseren Platz herumstreunen.
So darf es weitergehen….ob es dann so bleibt, ist eine andere Geschichte…..
Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid!