Spanien/Portugal 2012, Teil 3 – Andalusien

Posted on Okt 1, 2012 in Portugal, Spanien, WoKi–Trips
Spanien/Portugal 2012, Teil 3 – Andalusien

Das südliche Spanien soll uns neben den hinlänglichen bekannten und berühmten Städten wie Sevilla, Cadiz, Cordoba, Ronda und natürlich Grananda auch die Sonne, Meer und Strand bieten. Wir freuen uns auf die Costa de la Luz mit ihren schönen Stränden. Die Heimreise führt uns durch das Landesinnere, nach Avila, Toledo und Segovia. Über Biarritz, dann quer durch Frankreich, geht es nach 10 Wochen Richtung Heimat.
1. bis 27. Oktober 2012
Manta Rota
war wunderschön, erholsam, aber jetzt wollen wir weiter, zumal sich die Zahl der deutschen und französischen Winterflüchtlinge häuft. „Schrebergartensiedlung“ schleicht sich in unsere Köpfe, da bleibt uns nur due Flucht. Wir wählen die Bundesstraße (nein, nicht wegen der Maut!) wir möchten gerne durch spanische Dörfer fahren, die Landschaft genießen.
In Sevilla suchen wir einen Parkplatz und das klappt ganz gut, nachdem wir unser NAVI mundtod machen.

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Torre del Oro
Wir bummeln durch die Gassen und staunen über die schön herausgeputzte Stadt.
Sevilla gefällt uns, das merken wir sofort. Ich starte noch einen Kirchenbesuch, obwohl es schon relativ spät ist. Weil wir immer getrennt zu den Besichtigungen gehen müssen (wg. Vunny!) macht das trotzdem Sinn. Der wunderschöne Hochaltar ist verhangen wg. Restaurierungsarbeiten. Schade, auf den habe ich mich so gefreut. Der Ausblick von der Giralda entschädigt, der Aufstieg auf den Glockenturm ist ein guter Abendsport.

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Kathedrale Maria de la Sede

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Abends suchen wir den CP in Dos Hermanos, er liegt etwas außerhalb der Stadt. Jetzt ist das NAVI doch wieder hilfreich. Er überrascht uns mit neuen, blitzsauberen Sanitäranlagen, entgegen anderslautender Beschreibung. Tags darauf fahren wir doch wieder mit dem Auto in die Stadt. Der Bus nimmt uns nicht mit, und mit dem Taxi ist es etwas zu weit. Wir finden auf Anhieb einen zentralen Parkplatz, geben dem Parkwächter ein fürstliches Trinkgeld und hoffen, dass er gut auf unser WOKI aufpasst. € 10,- für einen ganzen Tag parken finden wir doch ganz angemessen.

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Es sind nur ein paar Schritte zum Praza Espania, der uns mit seiner Größe und Geschlossenheit imponiert. Natürlich aber ein Touristenmagnet ersten Ranges.

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Dann schlendern wir durch die Innenhöfe der Universität, wir mischen uns einfach unter die Studenten.

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Es ist ja die ehemalige Tabakfabrik und eine wirklich tolle Kulisse für die Oper „Carmen“

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In einer Tapa Bar stärken wir uns mit köstlichen Tapas Variadas und 2 Bier (Vunny mit Brunnenwasser) bevor Wolfgang zur Kathedralbesichtigung aufbricht. Heute stellen sich hunderte Japaner an – Zustände wie bei uns in Salzburg!!!

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Auch in die Gärten des Alcázar darf Vunny nicht mit, wir müssen uns schon wieder „trennen“!

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Nach so viel Kultur ist uns nach Einkaufsbummel, wir haben von oben (Grimalda!) viele schöne Geschäfte bzw. Einkaufsmeilen gesehen. Der desigual-Laden hat entzückende Kindersachen, die Mitbringsel für die Enkelschar sind gesichert. Am Abend essen wir noch köstliches Solomillo, Fisch und eine zuckersüße Nachspeise, bevor wir wieder zum CP nach Dos Hermanos fahren.
Ein wenig spannend ist es schon, nach so einem langen Tag zum Auto zurückzukommen. Ist alles unversehrt bzw. überhaupt noch da???
Ja, alles an seinem Platz!

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Real Maestranza de Caballeria de Sevilla

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Die Fahrt nach San Lúcar de Barrameda ist etwas eintönig. Die Straße schnurgerade, riesige abgeerntete Getreidefelder erinnern uns, dass es Herbst ist. Die Temperaturen lassen uns das vergessen.

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Sanlúcar ist eine wurlige Stadt ohne Touristen. Das tut gut. Viele Bodegas, ein riesiger Fischmarkt, Berge von Obst und Gemüse, Oliven, Schinken, werden feilgeboten. Genau richtig für unseren leeren Kühlschrank.

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Wir lassen Kirchen uns andere Kulturdenkmäler einfach sein und stürzen uns in’s Getümmel.
Ich bestelle in einer Bar Sherry und wir bekomen 2 Gläser Brandy. Es ist Mittagszeit! Erst die Nachfrage ergibt, dass hier der Sherry Manzanilla heißt. Also wird nocheinmal bestellt: 2 x Manzanilla, Tintenfische und Carrillada Ibérica a la Manzanilla. Hevorragend!

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Die Nachtplatzsuche gestaltet sich etwas schwierig, wir möchten natürlich direkt am Strand stehen, dazu einen schönen Platz zum Grillen für unseren Fisch. In Chipiones werden wir fündig, hier gibt es sogar Fließwasser, das ungehindert aus einem Rohr sprudelt.

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Am nächsten Tag kommt diese aufgeputzte  Reiterin an den Strand, es werden offensichtlich Werbeaufnahmen gemacht.

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Auch für Wolfgang posiert die Schöne!

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Der Relax-Tag hat gut getan, jetzt geht es nach Jerez de la Frontera.

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Die TouristenInfo hat sich gut versteckt. Als wir sie endlich finden wird uns gasagt, dass das Kartäusergestüt um 14h schließt. Dann müssen wir eben mit dem Auto hinfahren um rechtzeitig dort zu sein. Es ist trotzdem verschlossen, weil falsche Info von der Info – ärgerlich!!
Gleich gegenüber ist die Bodega von Sandeman, wir buchen eine deutsche Führung. Jetzt erfahren wir mehr über unser neues Lieblingsgetränk und die regionale Eingrenzung von der Sorte Manzanilla. Wir fahren wieder in die Stadt, besichtigen natürlich die Kirche und wundern uns wiedereinmal über den Reichtum der vergangener Zeiten.

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Der Kontrast zu den wirtschaftlichen Problemen der Spanier von heute macht nachdenklich und die Tatsache, dass der ganze Prunk und Protz dieser Epoche auf dem Rücken der Armen und Einfachen erbaut wurde erst recht.
In Puerto de la Santa Maria finden wir unseren Nachtplatz. Gleich am nächsten Morgen geht es nach Cadiz.

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Die Stadt wird auch „Klein Havanna“ genannt und verzaubert uns sofort.

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Wir besteigen den Glockenturm, die tolle Aussicht zeigt uns die schöne Stadt von oben.

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Am Fischmarkt einkaufen….einfach durch die Stadt schlendern….in einer Bar Tapas und Manzanilla genießen – ja, das kommt uns schon sehr spanisch vor. Den Manzanilla trinkt man in Spanien schon mittags und wir wollen diesen Brauch gerne übernehmen.

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In der großen Fischhalle – sie ist übrigens eine der Größten, die ich gesehen habe und das Angebot umwerfend – ersteht Wolfgang für unser Abendessen „Gallos de Lunar“ Butterzarte Fischfilet ohne Gräten.

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Nun geht es weiter an die Costa de la Luz. Hier ist es für unseren Geschmack etwas zu lebhaft, weil Wochenende. Schließlich sind wir hier im Mekka der Wassersportler. Es gibt wunderschöne Strände, aber keinen geeigneten Nachtplatz. Zum Cabo de Trafalgar kann man nur zu Fuß, schade, einen Schlafplatz bei einem Leuchtfeuer hätten wir gerne wiedereinmal gehabt.  Schlussendlich stellen wir uns auf eine große Parkplatzwiese, dort stehen schon einige WOMOs und VW Busse. Der Platz ist gut für eine Nacht, aber sicher nicht mehr.

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Vejer de la Frontera ist eine typische Vertreterin der „Pueblos Blancos“ in Andalusien. Dort ist gerade Flohmarkt und man sieht viele Gestalten der 68iger Aussteigergeneration, die sich mit irgendeinem Kunsthandwerk ihr (Über)Leben sichern. Heute ist Sonntag und daher sind auch viele Besucher am Weg durch die hübschen Gassen.

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Wir hoffen in Zahara de los Atunes einen netten Badeplatz zu finden, den gibt es auch. Aber zum Nächtigen ist er nicht geeignet, der Platz vor dem schönen Strand ist vermüllt. Jemand hat sogar seine Wohnzimmercouch hier abgeladen.
Also zurück nach Zahara, dort gibt es einen großen (sauberen) Parkplatz mit Blick auf Dünen und Meer. Wir bleiben trotzdem nur eine Nacht.
Etwas weiter südlich liegt Bologna mit den Ruinen der Römerstadt „Baleo Claudio“, wo im 2. Jh.v.Chr. Thunfische zu Trockenfisch und Pasta verarbeitet, und das ganze Römische Reich damit versorgt wurde.

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Die Ruinenanlage ist verschlossen (weil Montag!) aber wir haben uns gleich in den endlosen Sandstrand mit der Riesendüne am Ende verliebt.

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Daher suchen wir einen geeigneten Platz für ein paar Strandtage, die ja längst fällig sind. Am Ende des kleinen Dorfes finden wir unseren Traumplatz. Eine große, ebene Wiese, vor uns nur Sand und Meer, rundherum nur Kühe und Pferde. Perfekt!

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Bevor wir es uns gemütlich machen wird noch eingekauft: San Miguel, Manzanilla, Wasser und Brot. Man beachte die Reihenfolge!
In der Nacht ist es etwas feucht, aber untertags herrlich warm. Wir wandern bis zur Riesendüne, erklimmen sie auch, da kommt man gehörig ins Schwitzen.
Heute muss auch der Kühlschrank abgetaut werden, er hält die Temperatur nicht mehr so gut. Nun sehen wir den Grund, es hat sich schrecklich viel Eis gebildet, die Klappe vom Gefrierfach schließt nicht mehr richtig. Nach getaner Arbeit macht er wieder seinen guten Job.

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Der Rest des Tages gehört den Faulenzern und den Schlemmern!
Weil es heute nicht nur nebelig ist, sondern auch ein paar Wolken am Himmel sind, fahren wir ins nahe Tarifa.

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Hier ist es sonnig und heiß. Afrika begegnet uns auf Schritt und Tritt, es ist spürbar und riechbar. Der Stadtbummel fällt entsprechend enthusiastisch aus. Wir setzen uns in eine kleine Bar, bestellen Mixt Tapas und werden kulinarisch verwöhnt. Hier kocht noch die Mama, den Eindruck haben wir jedenfalls.

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Alles schmeckt herrlich unverfälscht und ein wenig afrikanisch. Dazu 4x Manzanilla, alles um € 20,-

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In einem kleinen Laden erstehe ich 3 Pluderhosen für mich, € 25,- das Stück, jetzt hält Afrika wirklich Einzug.

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Um das Glück perfekt zu machen gehen wir in unseren Lieblings-Supermarkt einkaufen. Die Auswahl an frischen Obst, Gemüse und vor allem Fisch ist riesig. Wir decken uns ein mit Langustinos, Steak, Manzanilla, Osborne, Obst Gemüse…für € 100,- und stellen fest, dass wir zuhause das doppelte bezahlt hätten.
Der CP Rio Jara ist unter deutscher Leitung, in der Nähe, sehr ansprechend und sauber. Wir bleiben einen Tag um uns wieder zu kultivieren und zu Fuß nach Tarifa zu gehen. Das misslingt, weil man nur bei Ebbe diesen Weg nehmen kann, und die Straße wollen wir nicht.
Heute, Fr. 12. Oktober ist Nationalfeiertag, Dia de la Hispanidad. Vor 520 Jahren erreichte Christoph Kolumbus das vermeintliche Westindien – und war auf den Bahamas. Wir bemerken allerdings noch nicht viel vom Feiertag. Jetzt wollen wir die Badetemperaturen ausnützen, wir haben einige schöne Stellplätze auf der Fahrt nach Tarifa gesehen. Am Strand von Punta Paloma stehen zu viele WOMOs für unseren Geschmack, jetzt macht sich doch der Feiertag bemerkbar. Also fahren wir wieder zu unserem Paradieschen in Bolognia, schöner kann’s ja eh nirgends sein.

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Auch hier ist heute mehr Betrieb als vorher, aber die Wiese ist ja riesig. Lustige und abenteuerliche „Schlafkisten“ stehen da, viele haben Hunde mit, manche auch mehrere. Alle laufen frei herum, Vunny hat ihren Spaß.

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Man macht in der Früh die Türe auf und die wilde Jagd beginnt. Die Meute spielt Fangen zwischen den Autos und wir zerkugeln uns vor Lachen. Nebenbei grasen die Pferde und Kühe, ein friedliches Nebeneinander.
Logisch, dass wir hier nocheinmal ein paar Tage bleiben. Es ist fast windstill, nicht mehr so feucht wie vorher, perfekte Badetage.

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Die afrikanische Küste ist zum Greifen nah und schon plagt uns die nächste Sehnsucht.
Vor 5 Jahren fuhren wir auf diesem marokkanischen Küstenstreifen von der Hafenstadt Tanger in Richtung Rabat. Schöne Erinnerungen!
Die entspannten Tage rundet Wolfgang mit perfekt gegrilltem Solomillo ab, da ist er Meister seines Faches!
Aber jetzt geht es auf nach Ronda. Am Weg dahin machen wir den Abstecher nach Castlillo de Castellar, eine mittelalterliche, arabische Burganlage.

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Die steile, enge Serpentinenstraße stellt hohe Anforderungen an den Fahrer – und erst Recht an die Beifahrerin! Alles ist blumengeschmückt, es gibt sogar ein kleines Hotel in der Burganlage, kleine bis winzige Gassen und Gässchen mit Kunsthandwerksläden prägen ein hübsches Bild. Auch hier sieht man viele Deutsche aus der Flower-Power Zeit. Zum Teil recht ausgemergelte Gestalten, schon in die Jahre gekommen und nicht nur der Zahn der Zeit, auch die Sucht der Zeit hat an ihnen genagt. Spanien war damals sicher ein beliebtes Aussteigerland.

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Korkeichen stehen am Straßenrand und erinnern uns an Portugal.

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Auf einer malerisch schönen Straße sehen wir viel Pueblos Blancos, manche wie kleine leuchtende Punkte inmitten von Wäldern oder Weingärten.

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Wir fahren bis Ronda, dort gibt es das übliche Chaos bei der Parkplatzsuche. Die Polizei lotst uns freundlich zu einem Parkplatz, dort werden wir energisch zurückgewiesen. Zu hoch! Etwas genervt fahren wir zum nahen CP außerhalb der Stadt und mit dem Taxi zurück um Ronda in der Abendsonne zu erleben, vor allem zu fotografieren.

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Die Stadt hat sich für die vielen Touristen fein herausgeputzt, die Brücke, Puente Nuevo, und die Schlucht zwischen den Stadtteilen sind im weichen Abendlicht besonders beeindruckend.

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So wie die Stierkampfarena – weil ohne Stierkampf!

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Zu Fuß machen wir uns auf den Heimweg, auf der Straße sehen wir viele Vermurungen, die von dem vergangenen schweren Unwetter zeugen. In der Früh ist es a…kalt. Wir packen erstmals warme Socken aus und heizen ein. Der Fußmarsch nach Ronda wärmt uns auf und jetzt zeigt sich die Stadt in der Morgensonne.

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Der Abstieg in die Schlucht lohnt sich für beeindruckende Fotos von der Brücke.

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Dann besuchen wir noch die Kirche Santa Maria la Mayor und geben uns dem Flair der Stadt hin.

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Ich kaufe ein paar festere Schuhe, die Zeit der Flipp-Flopp ist vorbei.

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Wir genießen noch ein paar Tapas und weiter geht es Ri. Antiquera.

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Der Nationalpark El Torcal ist unser Ziel.

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Wir kommen relativ spät an, der große Parkplatz ist menschenleer. Aber es ist noch Zeit für eine Wanderung in die bizarre Felsenwelt.

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Bei einer guten Jause lassen wir den Tag ausklingen und freuen uns, dass sich der Wind gelegt hat. Einer ruhigen Nacht in 1.200m Höhe steht nichts im Wege. Die 4° am Morgen sind erträglich, weil windstill und wolkenlos.

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Die Fahrt geht durch sehr ländliche Gegenden, auch hier sieht man Spuren der Verwüstungen durch das Unwetter. Wir steuern den CP Reina Isabel an, in einem Vorort von Granada.

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An der Rezeption klärt man uns auf über die „Vorgehensweise zum Erwerb der Eintrittskarten für die Alhambra“. Hört sich kompliziert an, ist es auch.
Also fahren wir ersteinmal mit dem Taxi in die Stadt um zu schauen, was sie sonst noch zu bieten hat. Auf dem alten Seidenmarkt, Alcaiceris, geht es schon recht afrikanisch zu, ebenfalls im Judenviertel.

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Wir marschieren tapfer, weil heiß, hinauf zum Mirador de San Nicolás. Der schöne Ausblick auf die Alhambra und die dahinterliegende Sierra Nevada entschädigt.

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Ein paar Burschen spielen mitreißende Musik, die Leute sitzen auf der Brüstung, hier ist es stimmungsvoll und gemütlich. Das gefällt uns.
Die Catedral de la Encarnatión muss auch besichtigt werden, mich beeindruckt nur die reich mit Gold verzierte Orgel, aber wahrscheinlich habe ich den Sättigungsgrad für Kirchen schon erreicht.

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Noch ein wenig shoppen zur Entspannung und das Taxi bringt uns wieder zum CP.
Am nächsten Tag versuchen wir zeitig am Morgen unser Glück auf der Alhambra, denn es gibt auch einen Schalter mit Direktverkauf. Üblicherweise wird alles über’s Internet abgewickelt und man ist gar nicht eingestellt auf „Einzelreisende“ nur Bustouristen. Wir haben Glück, die unfreundliche Dame deutet auf ein Schild mit dem Verweis, Einlass 14h. Ok, das können wir uns vorstellen, denn wir sind auf Wartezeit vorbereitet. Dann kaufen wir die Tickets, darauf steht: Einlass 16h! Das können wir uns gar nicht mehr vorstellen, wir fordern das Geld zurück und flüchten. Nun rollen im Minutentakt die Busse an, fast ausschließlich mit 60+ Generation, oder Jugendgruppen. Wir fühlen uns dort wie da nicht zugehörig und haben sowieso keine Lust mehr auf Alhambra, zumal wir sie beide ja schon gesehen haben. Aber halt nicht gemeinsam!
Über Nebenstraßen fahre wir Ri. Cordoba. Der Zwischenstop in Jaen lohnt sich nicht wegen der Kathedrale, sie ist nur von außen beeindruckend.

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Daher gesellen wir uns in einer Bar zu den Einheimischen und bestellen 2 Bier. Man serviert uns rohe!! Gambas zum Bier.
Es ist hier in der Gegend so üblich, dass man 1 Tapa gratis dazubekommt. Aber rohe Gambas?? Wir sehen uns um. Alle brechen einfach genüsslich die Schalen auf und genießen. Das tun wir auch.
Siehe da, es schmeckt vorzüglich. Das macht Lust auf meer! Wolfgang bestellt überbackene Muscheln und Pulpo Galega. Wir bekommen schon wieder ein extra Tapa, jetzt rohe Krebsenzangen. Aufbrechen und auszutzeln, so isst Spanien und wir lernen rasch!
Entsprechend gestärkt machen wir uns auf den Weg durch endlose Olivenhaine ins Zentrum der Olivenbauern, nach Priego de Cordoba.

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Wir suchen den, im WOMOFührer angegebenen, Stellplatz und landen wiedereinmal mitten im Zentrum. Dort suche ich Rat bei der Info und werde sehr umfassend informiert, auch über Ölpressen mit Direktverkauf in der näheren Umgebung. Der Stellplatz liegt gleich am Ortsanfang, vorher kaufen wir bei Mercadonna noch Grundnahrungsmittel ein, wie z.B. rohe Gambas (das Kilo um € 7,90) ja wir sind auf den Geschmack gekommen. Nachdem keiner von uns ein Verdauungsproblem hatte, sind wir mutig geworden. Auch San Miguel und Manzanilla gehen zur Neige, der Einkaufskorb ist gut gefüllt.
Am Stellplatz stehen wir erst ganz alleine, dann kommt ein schwedisches und ein spanisches WOMO dazu.
Das Barockstädtchen ist hübsch, mit vielen Kirchen und ich finde es erstaunlich, dass wir nach so vielen sakralen Kunstwerken noch immer ergriffen sind.

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So eine kleine Gemeinde und so prunkvolle Kirchen, vor allem die Iglesia de la Ascunción mit der Rokokokapelle faszinieren uns. Die berühmten Fuentes del Rey muss man auch sehen, aber dann setzen wir uns auf einen belebten Platz, freuen uns, dass wir offenbar die einzigen Touristen sind und stärken uns mit Bier und bocadillo (Sandwich) für die Weiterfahrt.

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Zuvor suchen wir noch die angegebene Adresse für gutes Olivenöl. Die ist leicht zu finden, der Chef selber anwesend und er freut sich sehr über unser Interesse.

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Natürlich werden auch Geschäfte gemacht, schließlich wollen wir was Gutes mit heim nehmen.
Jetzt aber auf nach Cordoba. Der CP ist günstig gelegen, kaum mehr besucht – und teuer. Wir bestellen ein Taxi um die begehrte Abendsonne noch zu genießen bzw. gute Fotos zu kriegen.

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Die Puente Romano ist im schönen, warmen Licht, die berühmte Mesquita besichtigen wir heute nur von außen.

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Der Heimweg wird zu Fuß erledigt, wir brauchen alle Bewegung, nicht nur Vunny.
Am nächsten Tag wird wieder zu Fuß in die Stadt marschiert, heute wollen wir die Mesquita besichtigen. Getrennt natürlich.

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Man kann sie nicht beschreiben, sie ist unglaublich eindrucksvoll. Sie fasziniert vor allem durch die Verschmelzung der verschiedenen Religionen und ihrer Kunst. Den Königsplast besucht nur Wolfgang und meint, wir haben schon Beeindruckenderes gesehen. Also schlendern wir weiter durch die Calle des los Judios mit dem Denkmal des Philosophen Maimonides und den hinlänglich bekannten Souvenirs.

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Der obligate Einkaufsbummel darf auch noch sein, bevor wir wieder Richtung CP aufbrechen. Die Blasen an meinen Füßen sagen, für heute reicht’s mit der Herumhatscherei!
Den nächsten Tag gehen wir ganz ruhig an, erst wird gemütlich gefrühstückt, dann zeigen uns die Nachbarn ein Foto von uns. Sie haben uns in Bologna auf der Wiese gesehen und unser WoKi fotografiert!
Erst gegen Mittag brechen wir auf nach Toledo. Wir wählen einen Weg durch die Mancha, es ist eine wunderbare Gegend, wie aus Don Quichote. Bloß Windmühlen hätte ich mir mehr erwartet, wir haben kaum welche gesehen und gar keine fotofrafiert!!

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Unterwegs machen wir Rast in einem Olivenhain mit Manzanilla und rohen Gambas, die wir zuvor beim Mercadonna gekauft haben. Vunny will sich auch ihre Mahlzeit holen, denn sie verschwindet plötzlich wie ein Pfeil. Der Blick auf den Boden rings um die alten Olivenbäume sagt uns alles. Hier leben unzählige wilde Kaninchen. Als sie nach geraumer Zeit zurückkommt ist sie zwar – Gott sei Dank – nicht satt, aber immerhin ausgelaufen!

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Toledo begrüßt uns noch in der Abendsonne, dann suchen wir den CP in Stadtnähe.

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In der Früh ist es wieder sehr frisch und wir genießen die sauberen und geheizten Sanitärräume. Jetzt besichtigen wir das Monasterio San Juan de los Reyes und wundern uns, dass es immer noch Steigerungen bei Klöstern, Kreuzgängen und Kirchen gibt.

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Der 2 geschoßige Kreuzgang mit der Holzdecke mit den arabischen Elementen bleibt in Erinnerung.

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Die Catedral Primada ist eine der größten Spanien. Sie erinnert uns an die Kathedrale in Burgos, so stellen wir einstimmig fest.
Die Moschee gibt sich wohltuend bescheidener!

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Nach der üblichen Einkehr in einer urigen Tapas Bar, geht es wieter nach Avila.
Die Landschaft ist wieder wunderschön, es geht über Berg und Tal und erinnert manchmal an unsere Almen. In Avila gibt es keinen CP, also suchen wir gleich einen geeigneten Nachtplatz. Ein Abzweig zu einer hübschen Wallfahrtskirche macht Hoffnung, dort einen Platz zu finden. Es ist gerade Messe, am Parkplatz stehen viele Autos. Nebenbei ist ein Gasthaus, dort fragt Wolfgang ob wir hier stehen dürfen. Die deutsch sprechende Wirtin macht das Tor auf und wir stehen mit Blick auf Avila bei Sonnenuntergang auf ihrer Wiese.

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Der Rundgang durch die Stadt ist rasch erledigt, sie hat mich von der Ferne mehr beeindruckt, vor allem die Stadtmauer.

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In einer Bar wollen wir eine Kleinigkeit essen, bestellen wie immer 2x Manzanilla und bekommen 2x Kamillentee!!!
Unser Lieblingsgetränk heißt hier Fino, den Manzanilla gibt es nur im Süden und der Kamillentee ist gleichnamig.
Na bitte, wir fragen uns welchen Eindruck wir machen, dass uns der Kellner, ohne nachzufragen, Kamillentee bringt!!! Also hauen wir ab und plündern unseren Kühlschrank.
Wir düsen weiter nach Segovia dort empfängt uns ersteinmal  ein Einbahnstraßen-Ko-System! Ein Busfahrer zeigt uns auf der Karte Parkplätze bei der Arena. Wir versuchen nochmals von der anderen Seite in die Stadt zu kommen, hier will uns ein Polizist weiterhelfen, aber er führt uns wieder zu dem überfüllten Parkplatz.

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Wir geben auf. Ich tippe die Adresse vom CP ins Navi, auch das ist zum Vergessen. Es fährt Irr- und Umwege, bis wir schließlich vor den verschlossenen Toren des CP stehen. Am nahen Parkplatz eines Restaurants will man uns nicht haben, also fahren wir wieder in die Stadt und siehe da, bei der Arena gibt es wunderbare, ebene Stellflächen, einen großen Park zum Gassi gehen und einen Supermarkt für’s Abendessen. Na also!

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Nach einer sehr ruhigen Nacht, obwohl mitten in der Stadt, besichtigen wir Segovia mit dem 28m hohen und 728m langen römischen Aquädukt, sowie die letzte gotische Kathedrale Spaniens.

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Der Himmel ist wolkenlos, wir marschieren noch zum Alcazar, dem Traumschloss in malerischer Kulisse, dann meldet sich der Hunger.

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In der FUZO essen wir nochmals das Menú del Dia: Patatas con Costilla, Ensalada de Queso de Cabre con Vinagreta de Aceitunas Negra, dann Pollo a la Cerveza und Pescadillaa la Romana, Flan als Nachspeise. Dazu 3 x Bier 2 x Kaffee um € 21,-

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Damit schließen wir hochzufrieden und glücklich den Süd- bzw. Mittelspanischen Teil unserer Reise ab.
Wir fahren durch tiefstes Land Ri. Burgos, hier zeugen endlos weite Felder vom intensiven Getreideanbau.
In Burgos nehmen wir den CP unterhalb des Klosters, uns ist nach duschen. Tags daruf möchten wir nochmals gemeinsam und in aller Ruhe die Kathedrale besichtigen. Sie wurde ja am Beginn der Reise im Schnelldurchgang angeschaut (Brille kaputt!). Hier kann man nur mit offenem Mund staunen.
Danach gibt es noch die unvermeidlichen – weil hier am Besten –  Morzilla de Burgos (Blunzn!) Schon geht es weiter Ri. Grenze, aber vorher wird noch eingekauft. Alles, was wir an Spanien so lieben…ihr ahnt es schon!! Manzanilla & Co. Jetzt heißt es endgültig Adios Spanien.

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Bei der nächsten Mautstelle sagt man schon „merci“, wir sind in Frankreich.
In Bayonne bei Biaritz finden wir einen guten Stellplatz, am nächsten Tag gibt es Regen, der uns 500km weit begleitet. Danach ist es trocken, öd, langweilig und kaum besiedelt. Wir übernachten bei Annecy auf einer lauten Autobahnraststätte und fahren am nächsten Tag weiter Ri. Genf.
Die Schweiz versteckt sich im Nebel, unser Ziel ist Lustenau. Wir mieten uns im GH Krönele ein Zimmer, dort werden wir, wie immer, sehr herzlich begrüßt. Ein langer Spaziergang ist für Vunny die Belohnung für die lange Autofahrt, wir belohnen uns mit einem superguten Essen beim Bierwirt in Dornbirn. Mit Flädlisupe, Schnitzerl und Leberwurst gelingt uns sehr genüsslich der Umstieg in die heimische Küche.
Am Frühstücksbuffet gibt es Leberkäse statt Serano Schinken, Emmentaler statt Manchego, sogar die Extrawurst mundet. Willkommen daheim, sagt der Gaumen!
Noch rasch ins Theatercafe zur „KeksiTante“, dann geht es endgültig heimwärts. Der Regen geht in Schnee über und am Irschenberg ist es schon richtig winterlich.
Um 17h sind wir in Hallein, werden herzlich von den Nachbarn begrüßt und nicht nur Vunny ist glücklich, wieder daheim zu sein.
Tags darauf gibt es „Sonntagsbratl“ bei den Wallner’s, jetzt sind wir wirklich angekommen.

Wir haben ca. 12.000km zurückgelegt in diesen 71 Tagen, 27 x am CP genächtigt, 43x in „freier Wildbahn“, 1x im Hotel.

Eine lange und sehr, sehr schöne Reise ist zu Ende!

HASTA PRONTO, ESPANIA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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